AH: Sonnenstunden eines Trainers

Laufer Handball-Senioren beim Heimturnier ungeschlagen – 77-er sind Tabellenführer

Bekanntermaßen beginnen die Leiden eines Trainers im Training, wenn die Spieler sein Vorstellungsbild perfekter Spielabläufe eigendynamisch anders interpretieren, sie verstärken es, wenn es im Spiel bei Ansätzen bleibt, Trübsal kommt auf, gehen Siele verloren. Ganz anders – im Ergebnis und auch jedenfalls im zweiten Spiel – verlief der vergangenen Turniersonntag für die Altinternationalen des 1877 Lauf in der Laufer Haberlohhalle. Da merkte der Laufer Coach Fritz Schönlein doch, dass seine „angegrauten Jungs“ zu Leistungen fähig sind, die er so nicht erwartet hatte. Gegner waren zunächst die Gäste von der HG Amberg und zuletzt der HG Zirndorf.

Chancen ohne Ende – Torausbeute dürftig

Zum Auftakt spielten die neu eingekleideten 77-er Oldies gegen die Gäste aus Amberg, die als vermeintlich leichter Gegner galten, sich aber ganz anders entpuppten – wie später auch deren zweites Spiel gegen die hochfavorisierten Herzogenauracher zeigte. Zwar führten die Laufer, indem sie in die Schnittstellen der Abwehr eindrangen, nach 6 Minuten mit 3:1, lagen aber nach weiteren 6 Minuten mit 3:4 bzw. 4:5 hinten und wunderten sich darüber, mit welcher Gegenwehr Amberg auftrat. Genau genommen mussten sie sich darüber wundern, da sie in der eigenen Abwehr nicht richtig zulangten und vorne reihenweise die besten Chancen buchstäblich sträflich liegen ließen. Auch wenn sich Alex Elsner und Bernhard Pleyer mehrfach mit Konter davon stahlen und den einen oder anderen auch verwerteten, so gingen weitere diverse Konter, Würfe frei vom Kreis und sogar 7-m-Würfe schlicht nicht ins Netz, sondern daneben oder an des gegnerischen Torwarts Beine. Mit einer knappen 7:6 Führung ging es in die Halbzeit und nach selbiger ebenso knapp weiter. Torwart Alfred Dambacher war es, der mit einigen gelungenen Paraden den 1 Torvorsprung der 77-er hielt, den die Laufer dann mit einem erfolgreichen Fallwurf von Linksaußen Randy Ketterer zum 11:9 auf den Endstand ausbauten. Dass die diesmal deutlich variabler spielen Gäste ein sehr unangenehmer Gegner waren, war jederzeit zu spüren, dass aber auch deutlich mehr drin gewesen wäre, wenn man konzentrierter zu Werke gegangen wäre, ebenso. Und wenn man genauer hinsah, so konnte man schon den einen oder anderen erfolgversprechenden Ansatz im Laufe Spiel erkennen. Trotz manch schludriger Ballverluste, die Laufs Coach Schönlein während der Partie nicht nur die Stirnfalten kräuseln ließen, sollte überraschend besseres folgen.

TV 77 Lauf Altinternationale: TW Theo Pleyer, TW Alfred Dambacher, Wilfried Patzelt, Tom Karg (1 Tor), Michael Hergenröder, Michael Neubig (1), Dominik Baha (2), Bernhard Pleyer (3), Randy Ketterer (1), Klaus Schuberth, Alexander Elsner (2), Sven Wittig (1)

Den Gegner schachmatt gesetzt

Getreu dem Laufe Motto: „Einer für alle – alle für einen – Spaß habn“ gingen die Laufer voll konzentriert in die Partie gegen die HG Zirndorf – und siehe da, es zeigte sich, was lange geübt wurde – oder anders: 18 Minuten haben die Laufer wirklich „einen rausgehauen“ – und den Zirndorfer Angstgegnern gelang daher schlicht nahezu nichts. Plötzlich griff die Laufer Deckung – selbst in Unterzahl, als Micha Neubig dem Gästelinksaußen zu sehr das Fürchten gelehrt hatte – zu und verdichtete die Räume. Die 77-er verlagerten das Spiel der Gegner so wie die 77-er Abwehr es wollte und zerlegte damit die Gästespielzüge bereits am Anfang. Und im eigenen Angriff klappten auf einmal einstudierte Spielzüge, zeigten sich die Spieler variabel, sahen die Lücken in der Abwehr, fanden den Kreis – und der Ball siebenmal das gegnerische Tor. Und Laufs Coach: Er lächelte.

Dass es nach der Halbzeit so nicht weitergehen konnte, war zu vermuten, nichtsdestotrotz blieben die Laufer auch in der zweiten Halbzeit dominant – nur wieder etwas nachlässiger in der Chancenverwertung, doch auch da kam der Ausweg: Dominik Baha zimmerte dem gegnerischen Torwart eins nach dem anderen um die Ohren. Und als Tom Karg per 7-m und Bernhard Pleyer per Konter das 13:6 erzielt hatten, wusste man – die Punkte blieben in Lauf – eindrucksvoll mit 14:8 schloss man den Spieltag ab – und Laufs Trainer strahlte ob der handballerischen Sonnenstunden seines Teams und der errungenen Tabellenführung.

TV 77 Lauf Altinternationale: TW Theo Pleyer, TW Alfred Dambacher, Wilfried Patzelt, Tom Karg (2 Tor), Michael Hergenröder, Michael Neubig, Dominik Baha (6), Bernhard Pleyer (4), Randy Ketterer, Alexander Elsner (1), Sven Wittig (1).

-tp-

Hinten v.li: Randy Ketterer, Alex Elsner, Tom Karg, Sven Wittig, Mike Hergenröder, Trainer Fritz Schönlein, Bernhard Pleyer

Vorne v.li: Michael Neubig, Dominik Baha, TW Theo Pleyer, Willi Patzelt, TW Alfred Dambacher

 

Guter Start in die Saison bei den AHs

1.Turniertag mit erwarteten Ergebnissen

Am vergangenen 15.9.2019 hatten es die Laufer in Altdorf zunächst mit der SG Bamberg und dann mit den Gastgebern vom TV Altdorf zu tun. Auch wenn man quasi kurz nach der Sommerpause und ohne allzu große Vorbereitung in die neue Saison startete, so erwartete man gegen Bamberg doch einen Sieg und gegen Altdorf eine Niederlage – und genauso kam es. Die ersten Minuten im Spiel gegen Bamberg zeigte sich das um einige krankheitsbedingte Ausfälle reduzierte Laufer Team in der Abwehr noch nicht geordnet und man lag 0:2 zurück. Sukzessive allerdings bekamen die Laufer immer mehr Zugriff auf Spiel und schafften es – auch mit spielerischen Akzenten sowie individuellen Aktionen – Zeichen und Tore zu setzen. Trotz der Nachlässigkeit, mit der man in der Chancenverwertung auf Laufer Seite zu Werke ging und die es jedenfalls für den kommenden Sonntag abzustellen gilt, gelang am Ende ein ungefährdeter 13:9 Erfolg gegen die Bamberger.

Keine Chance gegen Favorit Altdorf

Anders gestaltete sich das Spiel gegen die um durchschnittlich über zehn Jahre jüngeren Altdorfer, die allesamt im Wesentlichen aus einer Mannschaft stammend und über die Jahre hinweg nahezu unverändert Saison für Saison die Seniorenliga aufmischen. Chancen, gegen diese zu gewinnen, waren eigentlich nahezu nicht gegeben, trotzdem hielten sich die Laufer über weite Strecken der ersten Halbzeit tapfer. Sie egalisierten die Rückstände bis zum 4:4. Erst zwei Unachtsamkeiten der Abwehr und ein leichter Ballverlust im Angriff ließen die Altdorfer Gastgeber auf 5:7 davonziehen. Dies obwohl die Laufer sich bemühten, dem von Trainer Schönlein vorgegebenen Motto, lange zu spielen und Chancen zu suchen, um nicht überrannt zu werden, nachzukommen. Aber auch hier zeigte sich, dass noch zu viele Torchancen ungenutzt blieben. Gleichwohl gelang auch hier wiederum manch gelungener Ansatz nach individueller Spieleröffnung mit Kreisanspielen hin zu einem Tor für die Laufer Oldies. So konnte man sich über die Spielzeit immer mit einem Abstand von 4-5 Toren noch im erwarteten Rahmen halten, ehe man dann in den letzten Minuten noch drei weitere Gegentore zum Endstand von 8:16 hinnehmen musste.